Eskalation in Potsdam: TdL verweigert weiterhin Angebot – Streiks werden massiv ausgeweitet

Auch die zweite Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) ist ohne Ergebnis geblieben. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) legte am 16. Januar 2026 erneut kein abschlussfähiges Angebot vor, was auf Seiten der Gewerkschaften für deutliche Kritik und eine Verschärfung des Arbeitskampfes sorgt.

Verhandlungen stehen vor dem Scheitern: Der dbb Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Volker Geyer bilanzierte die Gespräche in Potsdam als enttäuschend. Ziel der Gewerkschaften sei es gewesen, einen konkreten Einigungskorridor für die finale Runde im Februar zu erarbeiten. Dies sei am Widerstand der Arbeitgeber gescheitert. „Wenn die TdL in der dritten Runde so weiter macht, fährt sie diese Tarifverhandlungen vor die Wand“, warnte Geyer.

Kritisiert wurde insbesondere, dass die Arbeitgeberseite keine Konzepte vorlege, wie der öffentliche Dienst angesichts des massiven Personalmangels konkurrenzfähig bleiben solle. Statt konstruktiver Lösungen habe man lediglich erfahren, welche Forderungen angeblich nicht umsetzbar seien.

Ausweitung der Streikmaßnahmen – Finanzämter im Fokus: Als direkte Konsequenz aus der Verweigerungshaltung der TdL kündigte der dbb eine massive Ausweitung der Streikaktionen an. Um den Druck bis zur nächsten Runde zu erhöhen, werden regional koordinierte Arbeitsniederlegungen stattfinden. Davon werden neben Universitätskliniken, Schulen und Rechenzentren ausdrücklich auch die Finanzämter betroffen sein.

Die Gewerkschaften bedauern die damit verbundenen Unannehmlichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger, sehen jedoch angesichts der Blockadehaltung der Arbeitgeber keine andere Möglichkeit, ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Entscheidung im Februar: Die Zeit für eine Einigung ist knapp. Die entscheidende dritte Verhandlungsrunde ist für den Zeitraum vom 11. bis 13. Februar 2026 in Potsdam angesetzt. Bis dahin wird mit einer deutlichen Intensivierung der gewerkschaftlichen Maßnahmen gerechnet.


In der aktuellen Folge des DSTG-Podcasts „Nachgefragt bei“ der DSTG Niedersachsen sprechen sprechen Thorsten Balster (Landesvorsitzender der DSTG Niedersacgsen, Andrea Eick, Jens Vernia und Alexander Zimbehl über den wachsenden Frust im öffentlichen Dienst. Unter dem Titel „Stillstand am Verhandlungstisch und wo ist die angekündigte Sonderzahlung?“ geben sie einen tiefen Einblick in den Stand der Tarifverhandlungen. Die Thematik der Sonderzahlung bezieht sich hingegen nur auf Niedersachsen.


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